Googlemail als SPAM-Filter verwenden
Geschrieben am 03.12.2005
Googlemail ist der kostenlose eMail-Dienst von Google. Er zeichnet sich durch zahlreiche Funktionen wie Spamfilter, Virenschutz, Integration externer eMail Adressen, Filtermöglichkeiten und massig Speicherplatz (>2GB) aus. Natürlich sind das nur einige, aber wichtige Funktionen. Einen kleinen Eindruck kann man hier gewinnen.
Ich benutze Gmail schon seit ca. zehn Monaten und möchte jetzt kurz erläutern, wie man diesen Dienst als Spam- und Antivirenfilter “mißbraucht”.

Einstellungen auf dem Domain-Server:
Zuerst richtet man eine direkte Weiterleitung der entsprechenden eMail Adresse direkt auf den Gmail Account ein. Das bedeutet: Jede eintreffende eMail wird nicht in die Serverseitige POP3-Box einsortiert, sondern extern auf den Gmail-Account geschickt.
z.B info@netzfx.de –> spamkill@gmail.com
Die entsprechenden Einstellungen lassen sich bequem über die Administrationsoberfläche des Servers (z.B ConfiXX, Plesk usw.) einrichten.
Einstellungen im Gmail-Account:
Da Gmail jede eintreffende eMail auf Spam und Viren hin untersucht, braucht man jetzt nur noch eine entsprechende Weiterleitung zur Hauptdomain. WICHTIG: Jetzt muß unbedigt eine entsprechnd geänderte eMail Adresse verwendet werden, weil sich sonst eine Endlosschleife ergibt!
z.B. info_spamfree@netzfx.de (Name ist beliebig)
Die Einstellungen in Gmail finden sich unter Einstellungen/Weiterleitung und POP3. Dort gibt es auch noch die nette Möglichkeit, alle weitergeleiteten eMails in der Gmail “Inbox” zu speichern. Damit kann dann leicht ein eMail-Archiv der gesamten Korrespondenz angelegt werden. Für den besseren Überblick lassen sich die eMails noch mit frei wählbaren “Labels” markieren und archivieren.

Mit Hilfe von “ConfiXX” muß nun eine neue Regel auf dem Hauptserver für die eMail-Adresse “info_spamfree@netzfx.de” angelegt werden - und zwar sollen alle auf dieser eMail eintreffenden eMails in die entsprechende POP3-Box geleitet werden. Dort können die eMails dann wie gewohnt mit jedem beliebigen eMail Programm (z.B Thunderbird) abgerufen werden. In der Anfangszeit sollte man noch ein Auge auf die Klassifizierung der eMails durch Gmail haben um Falschbewertungen zu erkennen. Gmail kann auch die persönlichen Kontakte (eMail Adressbuch) importieren und bezieht diese dann bei der Spamerkennung ein. Emails von diesen Personen werden niemals als “Spam” gekennzeichnet.

Einstellungen im eMail Programm:
Im eMail-Client wird jetzt bei der POP3-Konfiguration der Hauptserver-Account eingetragen - also das Postfach, auf den alle eMails mit Ziel “info_spamfree@netzfx.de” auflaufen. In den Accounteigenschaften wird hingegen die “normale” eMail-Adresse “info@netzfx.de” angegeben - und zwar mit der Absender- und Antwortadresse “info@netzfx.de”. Das funktioniert deswegen, weil es der POP3-Box egal ist, für welche eMail-Adresse es die eMail annimmt - Hauptsache das Routing stimmt. Die “neue” eMail-Adresse “info_spamfree@netzfx.de” bleibt nach Aussen unbekannt - nur Gmail kennt diese Adresse. Beim versenden von eMails wird dann wieder die “normale” eMail-Adresse “info@netzfx.de” verwendet.
Einstellungen im eMail Programm - SMTP:
Zum versenden der eMails kann man übrigens auch Gmail verwenden. Das hat z.B den Vorteil, dass alle versendeten eMails automatisch in Gmail archiviert werden. Somit findet dann eine permanente Sicherung von eingehenden und ausgehenden eMails statt - und Platz ist ja genug vorhanden ;)
Übrigens: Seit dem 02.12.2005 werden auch alle über Gmail versendeten eMails und deren Anhänge auf Viren untersucht. Ein weiterer interessanter Aspekt. Ausserdem können auch “externe” eMail-Adressen in Gmail integriert werden - somit hat man selbst unterwegs die Möglichkeit eMails mit dem “offiziellen” Account per Gmail zu versenden.

Fazit:
- schnelle Anpassung beim Hostingproviderwechsel. Der Spam-Filter muß nicht neu angelernt werden
- Dauerhafte, externe Archivierung möglich
- kostenlos, dezente Textwerbung, keine nervenden Banner, keine “Info Newsletter” ;)
- schlanke, schnelle Weboberfläche (Stichwort: AJAX). Auch unterwegs gut zu bedienen
- Virenschutz für POP3 und SMTP
- Mehrsprachig
- Integration von externen eMail Accounts
Weiterführende Links:
Google Helpcenter - Flash Tour - FAQ
MBoffin.com - Using Gmail as a Spam Filter
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Samstag, 10. Dezember 2005 um 11:07
Toller Beitrag … habe auch schon seit einger Zeit enen Gmail Account, aber auf die Idee, den Dienst als Spamfilter für meine Haupt Email Adresse zu benutzen bin ich noch nicht gekommen ;) - Danke!
Dienstag, 03. Januar 2006 um 21:08
Ich wollte was ähnliches mal mit GMX machen. Bin aber nie dazu gekommen. Ich werde aber mal Spamassassin auf meinem eigenen Server installieren.
Nochwas: “Normale” Mailclients wie der Thunderbird haben einen Junkmail-Filter, der ist schon nach kurzer Zeit so gut angelernt, dass er fast alles erwischt. Das ist die Lösung die ich derzeit nutze.
Mittwoch, 04. Januar 2006 um 0:10
@Thomas: Das mit Spamassassin und dem Thunderbird Junkmail-Filter ist schon richtig - ich selbst benutze auch Thunderbird für meine eMails (wenn ich zuhause bin - ansonsten eben Gmail). Der entscheidene Punkt ist aber, daß der Gmail Spamfilter von vielen tausend Nutzern gefüttert wird, was zu einer großen Trefferwahrscheinlichkeit führt.
Aussedem ist der Gmail Spamfilter praktisch nicht zu “killen”. Falls man mal einen PC neu ausetzen muß und damit auch Thunderbird neu einrichten muß, hat man wieder das “Vergnügen” den Filter neu zu trainieren (oder eben ein große Spamfile runterladen und zufüttern ;) - kenne jedenfalls keine Möglichkeit die Spamdatenbank von Thunderbird zu exportieren …
Weiterhin habe ich bei Gmail natürlich die automatische Archivierung der eMails - extern.
Freitag, 06. Oktober 2006 um 19:25
Habe ich bei mir auch eingerichtet, tolle Sache, Anleitung dafür war sehr verstänlich und gut
Gruss
A.Henrich
Sonntag, 17. Dezember 2006 um 16:21
funktioniert erstklassig. ist zwar etwas umständlich das ganze zum ersten mal einzurichten, aber besser wie jeden tag hunderte unerwünschte mails in der inbox zu haben ists allemal ;-)
danke für den tipp!
Montag, 23. Juni 2008 um 18:12
Klasse Tip, werde ich gleich einmal einrichten. Wenn es wirklich so gut ist dann ist das eine klasse Idee.
gruss
aus dem norden